Dass mich die Küstenfischerei in den Bann gezogen hat, haben wohl mittlerweile die Meisten mitgekriegt. Daher war auch schnell klar, wo ich dieses Jahr meine Ferien über Ostern verbringe – Fünen, das Meerforellen-Eldorado schlechthin. Ein schmuckes Ferienhäuschen war schnell gebucht und schon konnte es losgehen.
Am Karfreitag fuhren wir (Kira und ich) erst bis nach Als, wo wir bereits eine Woche zuvor ein äusserst erfolgreiches Wochenende verbrachten. Damals fingen wir nebst einem weiteren Küstentütschi von 66 Zentimeter, während einer Traumstunde 8 (acht!) Fische. 
Darunter waren zwei (verdammti) Ostsee-Steelies mit 48 Zentimetern und satten 3 Pfund (Rugbybälle...). Weitere Fische gingen im Drill verloren, darunter bei Kira eine Meerforelle von gut 60 Zentimeter.
Eine Woche später war uns auf Als vorerst nicht gleich viel Glück beschert. Ein starker Wind und dazu, wie so häufig, viel Treibgut erschwerten das Fischen. Erst am Abend fanden wir (bzw. Kira) an einem bekannten Strandabschnitt doch noch ein paar beisswillige Fische. Innert kurzer Zeit konnte Kira mehrere Bisse verzeichnen und schlussendlich eine schöne Mefo von 64 Zentimeter fangen.
Am nächsten Tag dann die Überfahrt nach Fünen. Nach Ausschlafen und langer Wartezeit bei der Fähre, konnten wir unsere ersten Fischversuche erst am späteren Nachmittag in Angriff nehmen. Nach drei Stunden und fünf gelandeten Fischen war uns in etwa klar, was wir von der kommenden Woche auf Fünen erwarten durften.
Und tatsächlich wurde die Mefo-Insel ihrem Ruf gerecht. Wir konnten jeden Tag 2-5 Fische fangen und hatten nebenbei meist noch einige Aussteiger und Bisse. Die Durchschnittsgrössesank gegenüber Als etwas, einzelne Fische bis 56 Zentimeter waren aber auch dabei.
Mit Abstand am meisten Fische bissen auf eine spärlich gebundene Marabou-Garnelen-Imitation. Die Meerforellen sind im Vergleich zu den Seeforellen oft viel besser genährt und wissen sich auch mehr zu wehren. Wilde Sprünge und längere Fluchten gehören bei den meisten Drills dazu. 
Es ist schon lange bekannt, dass besonders die kleineren Mefo’s (sog. Grönländer) in Schwärmen von bis zu mehreren dutzend Fischen der Küste entlang ziehen. Daher kommt es oft vor, dass man nach einem Biss, gleich weitere Kontakte verzeichnen kann. Mir ist es mehrmals passiert, dass ich zwei, drei oder sogar vier Fische hintereinander fangen konnte.
Auch sehr spannend gestalten so genannte Anfasser das Fischen. Ein kurzer Ruck, ein leichtes Ziehen oder einfach nur ein schnelles Festhängen der Fliege deutet einen interessierten Fisch an. Beschleunigt man anschliessend das Einholtempo kommt der Biss meist wie auf Kommando. Diese Feinheiten benötigen etwas Erfahrung, gestalten die Fischerei aber super spannend.
Nebst der spannenden Fischerei war der Verzehr der Meerforellen ein weiteres Highlight. Besonders die kleineren Fische bis 45 Zentimeter hatten durchwegs knallrotes, butterzartes Fleisch – sowohl Sashimi, als auch gebraten oder im Ofen eine absolute Delikatesse.
Ich hoffe, ich konnte mit diesen Berichten einige Troutstalkers für die Küstenfischerei begeistern. Ich fänds cool, wenn wir in absehbarer Zeit mal eine Stalkerreise an die Ostsee in Planung nehmen könnten...









