Da letztes Jahr, kurz nach der Eröffnung am 1. Februar, dem einen oder anderen Troutstalker eine aus dem Bodensee aufsteigende Regenbogenforelle die Fliegenrute verbog, freue ich mich dieses Jahr wieder den Alpenrhein zu befischen.
Der Alpenrhein ist ein ziemliches Phänomen. Sein Zustand ist beunruhigend. Der durch Schwall und Sunk stark gebeutelte Fischbestand ist in einem skandalösen Zustand. Dank den wandernden Fischarten, welche für das Laichgeschäft aus dem Bodensee durch den Rhein in die Binnenkanäle aufsteigen, ist die Fischerei Zeitweise trotzdem sehr attraktiv.
Die Regenbogenforellen steigen ab Anfang August in den Rhein ein. Dies ist, soviel ich weiss der einzige wilde "Steelhead"-Run in Europa. Die natürliche Reproduktion ist anscheinend erfolgreich und nur möglich, dank den von Grundwasserquellen gespeisten Laichgründen in den Binnenkanälen. Der Fischer Verein St.Gallischer Alpenrhein bezahlt die Voralberger Fischerkollegen, dass diese die Gewässer zusätzlich mit markierten Regenbogenforellen besetzen. Der Besatz mit nicht heimischen Fischarten ist keines Falles unbedenklich. Aus meiner Sicht ist ein vorübergehender und kontrollierter Besatz für die Fischer aufjeden Fall attraktiv. Denn ein Gewässer mit nicht heimischen Forellen ist sicherlich besser als eines ohne Forellen. Höchste Priotität sollte allerdings die verminderung von Schwall uns Sunk durch die Produktion von sogenanntem "grünem" Strom, sowie die Renaturierung der Flussläufe haben. Es werden auch aufsteigende Bodensee-Forellen gefangen und eine beachtliche Felchenwanderung findet statt. Im Februar sollten noch einige Regenbögler im Fluss sein. Es werden alljährlich ziemlich grosse Fische (50-70 cm) gefangen. Letztes Jahr wurde kurz vor Saisonende ein Monstermilchner mit 106 cm und 26 Pfund gefangen.
Meist wird mit Crevetten und Laufrolle, Twister oder Spinner mit einer starken Spinnrute oder mit Grundblei und Wurm/Fischfetzen auf Grund gefischt. Mit dem Streamer (Whoolybugger), Goldkopfnymphe, dem "Crazy-Mädli" oder "red-angel" (zu Deutsch: Roterhacken) wurden mit der Fliegenrute von Troutstalkern (Zelli) und anderen Fliegenfischern Fische gelandet. Die Fischerei in der voralpinen Landschaft, dem mäandrierenden (im kanalisierten Flussbett) Alpenrhein entlang ist sehr friedlich und attraktiv. Ausser an den ersten Tagen der Forellen-Eröffnung und wenn die Felchenschwärme beginnen durch die Strecke zu ziehen. Da reihen sich auf jeder Kiesbank ein paar Fischer und die Zapfen treiben zu Hauf den Strömungskanten entlang. Die Strecke ist lang und es macht Spass mit Waders und Fliegenrute dem Fluss entlang zu (Trout-)Stalken. Um einen grossen Teil der langen Strecke zu erkunden, empfielt sich ein Bike.
Es würde mich freuen, wenn wir gemeinsam den einen oder anderen Ausflug ins St.Gallische unternehmen würden. Die Krönung wäre natürlich ein Forellen Festmahl am Abend.


Folgende Links sind nützlich für Patentbestellung und für weitere interessante Infos:
- Sehr interessanter Artikel des Bundesamts für Umwelt
- Der Fischerverein des St.Gallischenrheins verspricht, dass für jeden Franken des Mitgliederbeitrags eine Regenbogenforelle eingesetz wird.
- Ausfürhlicher Bericht mit ein paar sehr motivierenden Fotos über die "Reihn"-Bows im Petri-Heil






